Russland vor dem 1. Weltkrieg – Sind die Romanows dem Untergang geweiht??- Die Geschichte einer Zarin

Hallo Bücherwürmer,

als zweite Rezension heute habe ich einen historischen Roman für euch. Viel Spaß! Sorry übrigens für das Foto, aber ich wollte euch das ganze Cover zeigen 😦

„Die Herrin des Winterpalasts“ von Christopher W. Gortner ist ein Rezensionsexemplar vom Bloggerportal Randomhouse. Ich habe es schon letztes Jahr angefragt (und natürlich auch bekommen), konnte es aber erst jetzt beenden.

Zuerst stelle ich euch mal den Klappentext vor:

Kopenhagen 1863: Minnie wächst behütet im Kreise ihrer liebevollen Familie auf. Als ihr Vater den dänischen Thron besteigt, verändert sich das Leben der jungen Prinzessin aber schlagartig. Nun von dynastischer Bedeutung soll Minnie den Romanow Zarewitsch, Thronfolger des fernen und gewaltigen Russischen Kaiserreiches ehelichen. Was als politische Bindung beginnt, entwickelt sich bald zu einer großen Liebe. Die neue Zarin wird vom Volk verehrt, doch die schillernden Romanows sind dem Untergang geweiht. Mit dem zerstörerischen Weltkrieg zieht ein Sturm herauf, der alles zu vernichten droht, was Minnie liebt …

Klappentext „Die Herrin des Winterpalasts“ Christopher W. Gortner, Goldmann Verlag

Das ganze Buch ist sehr leicht zu lesen, in einfacher und verständlicher Sprache. Insgesamt ist das Buch in 6 zeitlich aufeinanderfolgende Abschnitte gegliedert, die in Kapitel eingeteilt sind. Nach dem Klappentext hätte ich erwartet, dass der Krieg einen großen Teil des Buches einnimmt, jedoch fand ich es so besser.

So beginnt das Buch 1862 in Dänemark, als Minnie noch beinahe mittellos dastand. Man kommt mit der Protagonisten sehr gut klar! Denn am Anfang weiß sie genauso wenig wie man selbst. Als sich für sie die Ereignisse überschlagen, tun sie es für uns auch. Man freut sich über jeden ihrer Triumphe, leidet mit ihr, lernt und wächst gemeinsam.

Die Einteilung in Abschnitte, mit einem Titel und der Jahreszahlen hat mir sehr geholfen, das Ganze in einen geschichtlichen Kontext zu stellen, obwohl alle nötigen Informationen geschickt in das Buch eingeflochten waren. 

Am Anfang des Buches gibt es einen Stammbaum und eine Karte. Leider habe ich diesen während des Lesens vergessen. Das hätte mir etwas Verwirrung erspart. Nicht als wäre das Buch nicht logisch oder in sich schlüssig. Die Familie der Romanows ist einfach unglaublich komplex. Soweit ich das beurteilen kann, ist sie aber gut dargestellt und was man dem Nachwort entnehmen kann, größtenteils auch der Wahrheit nachempfunden (wobei natürlich niemand sagen kann, was Minnie da wirklich gedacht hat).

Insgesamt war mir Minnie sehr symphytisch und ich hätte ich vielen Situationen genauso gehandelt. Trotzdem das Buch natürlich die Geschichte darstellen soll, wurde es nie langweilig, denn man erhielt Einblicke, die man sonst so nicht bekommen könnte.

Am Interessantesten waren die Probleme, die sich immer wieder vor ihr auftaten, und die Minnie unermüdlich mit einer tollen Souveränität löste. Ihr ganzer Charakter und ihre Gedanken haben sich in mein Herz eingeschlichen und ich war am Ende sehr traurig sie gehen lassen zu müssen. 

In dem Buch werden auch die Spannungen innerhalb der großen Familie gezeigt und das Leben am Hof sehr (wirklich sehr! ) schön dargestellt. Durch Minnies Charakter kriegt man aber auch das Leben der ärmeren Familien zumindest ansatzweise mit. Auch die Verbindungen zu den anderen Königshäusern Europas, Freundschaften und Feindschaften werden klar gezeigt. Am Ende gefallen mir manche Entscheidungen Minnies nicht, dafür kann der Autor aber natürlich nichts, denn das Buch ist der wahren Geschichte nachempfunden.

Ich habe für das Buch mehrere Monate gebraucht (die Seiten sind wahnsinnig dünn). Das liegt daran, dass es nicht die ganze Zeit spannend war. Trotzdem fesselte es mich auf eine ganz eigenen Art und Weise. Zum Schluss stieg die Spannungskurve rasant an und die letzten 200 Seiten konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Gefallen hat mir das Nachwort, in dem erklärt wird, was mit den wichtigsten Charakteren nach dem Krieg passiert ist.

Ich würde mich sehr darüber freuen, wenn dieses Buch verfilmt werden würde, da ich denke, dass Minnies schicksalshafte Geschichte so mehr Menschen erreichen würde und so mehr Potenzial hätte (Außerdem würde ich gerne ihre Kleider sehen ;-)).

Fazit: 

Für einen historischen Roman ein sehr unterhaltsames Buch, dass aber auch manche Längen hat. Ich würde mir eine Verfilmung des Buches wünschen. Gute historische Darstellung, aber auch sehr komplex. Wer sich für die Königshäuser oder die Geschichte interessiert, sollte es lesen. Auch wer sich nach einer etwas anderen Liebesgeschichte sehnt, könnte dieses Buch in Betracht ziehen. Insgesamt, ist das Buch durch seine leichte Sprache verständlich und kann auch zwischendurch gelesen werden.

3,5-4 /5 Sternen

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Ein Gedanke zu “Russland vor dem 1. Weltkrieg – Sind die Romanows dem Untergang geweiht??- Die Geschichte einer Zarin

  1. LG0708 schreibt:

    Die Zeit vom Begin des 20. Jahrhunderts war sehr spannnend und geprägt von gesellschaftlichen Änderungen und Verwirrungen. Schön zu sehen, dass das in dem Buch gut wiedergegeben wurde.
    Danke für die gute Rezension.

    Gefällt 1 Person

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