Ein Highlight des Jahres- MAUS Rezension

Fakten:

Autor: Art Spiegelmann

Orginaltitel: the complete  Maus (Zwei Bücher aus 5 bzw. 6 Kapiteln)

Verlag: Fischer

Erstveröffentlichungsdatum: 1980

Preis: 14,95

 

Warum habe ich das Buch gelesen?

Im Deutschunterricht in Frankreich war gerade der zweite Weltkrieg Thema. Außerdem sollt ein gemeinsamen Projekt zwischen dem Französisch- und Deutschunterricht entstehen. So sollten alle Deutschschüler das Buch auf Deutsch und alle anderen auf französisch lesen.

Da ich jedoch nicht lange genug blieb, um  an diesem Projekt teilnehmen zu können, und der Lehrer dieses Buch für einen sehr wichtigen Klassiker hielt, gab er mir sein Exemplar von Maus zum Lesen.

 

Inhalt:

Die Geschichte von Maus veränderte über Nacht die Geschichte des Comic Strips – aus Kult wurde Kunst. Berichtet wird die authentische Lebensgeschichte des polnischen Juden Wladek Spiegelman. In Queens, New York, schildert er seinem Sohn die Stationen seines Lebens: Polen und Auschwitz, Stockholm und New York, er erzählt von der Rettung und vom Fluch des Überlebens. Art Spiegelman hat diese Geschichte aufgezeichnet, indem er das Unaussprechliche Tieren in dem Mund legt: Die Juden sind Mäuse, die Deutschen Katzen.

Quelle: Klappentext, die vollständige Maus, Art Spiegelmann

 

Cover:

Ich denke bei diesem Buch ist es wichtig das Cover zu besprechen, denn es hinterlässt an sich schon einen tiefen Eindruck und hat unglaublich viel zu der Geschichte hinzuzufügen.

Man sieht in roten Buchstaben den Titel „Maus“. Im Vordergrund am unteren Bildrand sieht man zwei Mäuse, die sich festhalten. Diese Mäuse scheinen die Protagonisten zu sein und in einer Menschenwelt leben, denn sie tragen Kleidung. Die Mäuse erklären auch erstmal den Titel. Im Hintergrund, wie an eine Wand gesprüht, sieht man schwarz auf weiß das Hakenkreuz, das Zeichen der Nationalsozialisten, in dessen Mitte das Gesicht einer Katze prangt. Diese Katze kann man als Hitler erkennen, denn die Katze hat ein Hitlerbärtchen.

Bildergebnis für maus art spiegelman

Das Buch:

Im Buch erzählt der Vater (Wladek) von Art Spiegelmann wie er den Krieg erlebt hat. Was das Buch jedoch so besonders macht ist, dass keine Menschen die Geschehnisse in einem Fließtext erzählen, sondern Mäuse und anderen Tiere erzählen. Weiterhin wird der Prozess der Entstehung dieses Buches im Buch gezeichnet. So kommt am Anfang des Buches Art S. zu seinem Vater, einem überlebenden Juden, und bittet ihn seine Geschichte zu erzählen, damit er daraus einen  Comic machen kann. Innerhalb des Buches wird also immer wieder zwischen den gezeichneten Erinnerungen des Vater und der Gegenwart gewechselt. Das ist überhaupt nicht störend! Dadurch werden auch eher eigentümliche, fast schon kranke Eigenschaften Wladeks erklärt.

Die Ausgabe die ich gelesen habe enthielt beide Teile des Comics. Jedes Buch ist nochmal einzeln in Kapitel unterteilt. Diese Kapitel sind die verscheiden Abschnitte im Krieg.

Ich denke, dass der Holocaust sehr realistisch beschrieben wurde. Die Angst der Juden und die ständige Ungewissheit war fast greiflich. Und so gab es trotzdem eine Art Spannung, obwohl man ja von Anfang an wusste, wie die Geschichte ausgehen würde. In dem Buch sind die Juden als Mäuse und die Deutschen als Katzen gezeichnet und das baut nochmal diese Atmosphäre auf.

Neben dem Holocaust und dem Morden wird auch beschrieben, dass ganze Familien auseinandergerissen oder ausgelöscht wurden.

In dem Buch spricht Wladlek, der ja eigentlich Pole ist teilweise gebrochenes, teilweise korrektes Deutsch, das hängt davon ab, von welcher Sprache aus man übersetzt hat. Manchmal spricht er jiddisch, dann spricht Wladlek auch in seinen Erzählungen gebrochenes Deutsch. Wenn er in seiner Erzählung jedoch Englisch spricht, dann ist auch die Übersetzung einwandfrei. Das mag jetzt kompliziert klingen, aber man gewöhnt sich an seinen Dialekt und es passt perfekt in das Buch hinein.

Die Geschichte kannte man ja schon mehr oder weniger, aber ich würde dieses Buch trotzdem jeden Geschichtsbuch vorziehen, da es zwar aus zweiter Hand berichtet, aber die Geschichte sehr viel leichter und verständlicher wiedergibt. Man kann auch nicht sagen, dass ein Comic der falsche Weg sei, um ein so ernstes Thema darzustellen, aber Art Spiegelman hat es genau richtig gemacht. Das Buch ist nicht witzig, sondern trotz der vielen Karikaturen immer noch ernst.

Sehr gut gemacht, fand ich die Schuldgefühle von Art S., denn es regt einen selber zum Nachdenken an. Diese Beziehung war etwas komplizierter, jedoch immer noch verständlich.

Nicht verstanden habe ich jedoch, dass warum manchmal wirkliche Tiere erzählten und es manchmal aussah, als hätten sich Menschen Masken aufgesetzt. Theorie dazu: In den Erzählungen sind es Tiere und in der Gegenwart Menschen mit Masken, jedoch wird das nicht durchgängig über das ganze Buch durchgezogen.

 

Bewertung:

Ich gebe diesem Buch ♥♥♥♥♥/♥♥♥♥♥ . Ich werde versuchen jetzt immer diese Kriterien anzuwenden, daraus entsteht dann die Bewertung. Wenn ein Buch gar nicht die Absicht verfolgt jemanden zum Lachen zu bringen, wird das natürlich nicht viel zählen

Geschichtlicher Hintergrund: ♥♥♥♥♥/♥♥♥♥♥

Spannung:  ♥♥♥♥♥/♥♥♥♥♥

(Liebe:) ♥♥♥/♥♥♥♥♥

(Familie:) ♥♥♥/♥♥♥♥♥ Es wäre ein gutes Buch um Kindern den Holocaust nahezubringen. Jedoch erst ab einem gewissen Alter und wenn die Kinder sich vorstellen können, was das zu bedeuten hat.

(Lachen:) ♦/♥♥♥♥♥(Das sind 0,5 Sterne)

Es gehört zu den Highlights dieses Jahr. Ein weitere einzige kleine Abzug ist wegen der oben angesprochenen Maskensache, das stört aber überhaupt nicht die Geschichte und fällt bei der Bewertung deshalb nicht ins Gewicht.

Ich kann es nur nochmal betonen: Dieses Buch ist besser als andere Geschichtsbücher, lest es!

 

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